Eine Kulturwanderung zum Hermannsdenkmal
Das Schwert weit gen Himmel gestreckt. Den Blick nach Westen gerichtet. Das Haupt stolz erhoben: Markanter könnte das Hermannsdenkmal mit seiner heroischen Darstellung und einer Höhe von 53,56 Metern kaum sein. Seit nun 150 Jahren überwacht der Cheruskerfürst Arminius als Kolossalstatue den Kreis Lippe und den Teutoburger Wald auf dem Berg Grotenburg in Detmold.
Im Jahr 9 nach Christus führte er die germanischen Stämme an und zwang die römischen Legionen unter Publius Quinctilius Varus in die Knie. Heute ist sein Abbild das Wahrzeichen einer ganzen Region; eine Symbolfigur, die in der Vergangenheit häufig für die Umsetzung politischer Ziele missbraucht wurde, aber im Kern für Stärke, Frieden und Einheit stehen soll.
Die Wanderung zum Jubilar startet für den Kulturkenner am Detmolder Bahnhof. Er nähert sich dem Monument auf einer rund 15 Kilometer langen Kulturwanderung, die lehrreiche Momente, wunderbare Aussichten und Kurzweil verspricht. An einem Tag werden Naturdenkmäler, Burgruinen, Ausstellungen und schmucke Straßenzüge erkundet, am anderen gibt es mehr über den Bau des Hermannsdenkmals wie seine Rezeptionsgeschichte zu erfahren.
Die 150 Jahre zurückliegende Errichtung des stählernen Riesen feiert der Landesverband Lippe im Jubiläumsjahr und darüber hinaus mit vielen Veranstaltungen, die von Rundgängen über Aufführungen bis zu Festspielen in Lippe reichen.
Los geht’s mit gepacktem Rucksack auf die Wanderstrecke.
Am Bahnhaltepunkt kann die Reise wunderbar starten, schließlich wurde die Station erst kürzlich als Wanderbahnhof des Jahres ausgezeichnet. Gemeinsam mit dem Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen kürte die Initiative mobil.nrw das 1880 erbaute Empfangsgebäude unter anderem wegen seiner Lage, seiner historischen Bedeutung und der hohen Aufenthaltsqualität.
Gästen fallen schnell die E-Bike-Leihstation, die überdachten Stellplätze, das Fahrradparkhaus wie die Wandkunst in der Unterführung auf.
Vor dem Hauptgebäude geht es in den Bus der Linie 782, der in knapp 30 Minuten nach Horn zum Abzweig Externsteine fährt, dem Ausgangspunkt der Wanderung auf der Etappe 9 der Hermannshöhen. Kulturfans, die am Wochenende unterwegs sind, können auch die Touristiklinie 792 nehmen, um den Stopp in Horn-Bad Meinberg anzusteuern.
Am Ziel wartet die Natur: Der Weg führt entlang eines Teiches. Auf der Wasseroberfläche spiegeln sich Bäume, Gräser und ein schmuckes Fachwerkhaus. Am Ufer stolzieren Kanadagänse munter auf und ab. Welch schöner Empfang …
Erster Halt ist das „Infozentrum Externsteine“, das seit 2011 über die Natur- und Kulturgeschichte des berühmten Naturdenkmals am Grenzpunkt zwischen Teutoburger Wald und Egge-Gebirge aufklärt. Hier erfahren Besuchende etwa, dass das nahe gelegene Flüsschen Wiembecke die charakteristische Formation der einzelnen Felsen prägte. „Über Millionen Jahre spülten die Quellbäche den Gebirgszug aus und ließen die Externsteine als isolierte Gruppe zurück. Auch das Gletschereis der Eiszeiten formte die Externsteine.“
Darüber hinaus spannend sind die Details zur einstigen Nutzung als Landmarke, Rast- und Kultstätte: Die besonderen Sandsteinfelsen waren etwa ein Wegpunkt entlang des Hellwegs, der berühmten mittelalterlichen Handelsstraße. Äbte des Klosters Werden bei Essen besaßen hier zwischen dem 10. und 12. Jahrhundert einen Gutshof, den sie für Pausen auf ihrem Weg nach Helmstedt nutzten. Die Nationalsozialisten erhoben das Naturwunder sogar zum „germanischen Heiligtum“ und missbrauchten es für ihre Zwecke.
Wer sich heute dem wundersamen, bizarr wirkenden Gestein nähert, ist zunächst verblüfft, dann überwältigt: Hier zeigen sich kleine Felsspalten, dort ragen spitze Ausläufer aus dem Nichts empor. Mal wirkt die Oberfläche weiß, dann grau, dann schwarz. An einer Stelle überwuchern Pflanzen die Szenerie, an anderer Stelle haben Menschen Treppen in den Sandstein gehauen und gefährliche Bereiche durch Brücken und Geländer abgesichert.
Die tektonischen Kräfte brachen und zerklüfteten während der Auffaltung vor rund 30 Millionen Jahren das Gestein. Die spätere Erosion tat ihr Übriges. Bei einer Erkundungstour über das Gelände fallen sowohl diese natürlichen Spuren der Vergangenheit als auch von Menschenhand gestaltete Bereiche auf.
Sehr sehenswert ist neben der künstlich angelegten Grotte mit Kuppel-, Haupt- und Nebenhalle auch das Kreuzabnahmerelief, das nach jüngsten, kunstgeschichtlichen Forschungsergebnissen voraussichtlich aus der Zeit um 1160/1170 stammt. Das 5,50 Meter hohe und 3,70 Meter breite Relief stellt eine der bedeutendsten Szenen der christlichen Heilsgeschichte detailreich dar. Es ist ein Hingucker in der so reizvollen Erlebnislandschaft.
Die mystische Aura des natürlichen Refugiums sollte natürlich nicht nur am Boden, sondern auch in luftiger Höhe genossen werden. Auf einem Plateau auf dem Gipfel des Grottenfelsens ist das Unfassbare des Ortes zum Greifen nah. Hier schweift der Blick über das Grün und die Wege. Drei der fünf zur Hauptgruppe gehörenden Felsen sind über Stufen und eine Brücke begehbar. Die Aussicht ist sagenhaft.
Auf dem Turmfelsen zeigt sich Gästen sogar eine einstige Höhenkammer. Hier bleiben Ausflügler*innen vor einer in den Stein gearbeiteten Altarnische stehen, die sehr gut erhalten ist. Sie blicken durch ein Rundfenster auf eine Vielzahl von Münzen. Ob es wohl Glück bringt, hier ein kleines Stück seines Besitzes zurückzulassen? Wer mag, kann es selbst herausfinden.
Mit Fortunas Segen und vielen neuen Eindrücken im Gepäck läuft es sich direkt umso beschwingter. Die Wegweiser und das große „H“ auf schwarzem Grund geben die Richtung vor.
Hin und wieder fällt der Blick auf die digitale Navigation in der Outdoor-App. Schließlich steht auch ein Anziehungspunkt auf dem Tourenplan, der ein Stück neben dem Hauptweg liegt. Die Ruine Falkenburg ist das nächste Ziel.
Auffällig: Nach den ersten Kilometern tropfen bereits Schweißperlen von der Stirn. Es geht bergauf, dann wieder bergab. Die Füße setzen im Takt einen Schritt vor den anderen. Das Geräusch reiht sich in das Zwitschern eines munteren Vogels ein.
An Abwechslung mangelt es der Route nicht: Lassen sich an einem Aussichtspunkt in der Nähe des Vogeltaufe-Steins doch einige Schaf-Silhouetten zwischen der Pflanzenpracht ausmachen. Die stählernen Kunstwerke weisen auf die Entwicklung der Heidelandschaft vor Ort hin. „Heute übernehmen Schafe und Ziegen der Biologischen Station Lippe die Beweidung. So wird verhindert, dass Bäume und Sträucher die Heide überwuchern und sich wieder ein Wald entwickelt.“
Ein Rastplatz mit Bänken bittet hier zur Mittagspause. Hier heißt es wohl: Hinsetzen, Blicke schweifen lassen und ganz zu sich selbst kommen.
Frisch gestärkt beginnt dann eine Zeitreise ins Mittelalter, genauer gesagt zu einer Höhenburg, die eine der größten mittelalterlichen Dynastenburgen Westfalens war. Die Falkenburg bei Detmold-Berlebeck errichteten Bernhard II. zur Lippe und sein Sohn Hermann II. um 1195 als Stützpunkt ihrer Herrschaft.
Beim Wandeln durch die Burgruine kommt angesichts dieser Historie ein Gefühl von Ehrfurcht auf. Hier war einst die Toranlage, dort stand der Palas, und auch der Bergfried ist noch gut erkennbar. Die Steine erzählen Geschichten von dem einstigen Herrschaftszentrum, von erfolglosen Belagerungen im 15. Jahrhundert sowie einem zerstörerischen Brand im Jahr 1453, der einen Großteil der Anlage verwüstete.
Ein Steinkreis erscheint… Was hier wie ein Überbleibsel aus längst vergangenen Tagen wirkt, ist leider auf Vandalismus zurückzuführen. Die Steine wurden Anfang Juli 2025 aus dem Mauerwerk gebrochen, um auf dem Burggelände Kultzeichen aufzubauen. Zudem wurde die Schranke an der Auffahrt zur Burg zerstört.
Bleibt für die Zukunft nur zu hoffen, dass das historisch-bedeutsame Bauwerk der Öffentlichkeit weiter frei zugänglich sein wird. Schließlich sollte jeder eine Entdeckung wie diese schöne Stockrose inmitten der Ruinen machen können.
Apropos Entdeckungen: Das Hermannsdenkmal zeigt sich nun erstmals auf dem Weg. Zwischen den Baumwipfeln ragt es aus der Landschaft empor. Nahezu majestätisch erscheint Arminius am Horizont.
Gut auch, dass weitere majestätische Erscheinungen am Horizont nicht mehr weit entfernt sind. Über der Adlerwarte Berlebeck sausen bereits mehrere gefiederte Flugkünstler umher. Der Vogelpark beherbergt über 150 Tiere, die große und kleine Gäste unter anderem bei Flugshows täglich um 11.00 und 15.00 Uhr bewundern können.
Gefühlt nirgends kommen Familien den Tieren so nah wie hier. Ein Zwischenstopp sollte für Naturliebhaber Pflichtprogramm sein.
Mal ist es die Kaiseradlerin Sissi, die das Publikum mit einem Flügelschlag in ihren Bann zieht. Mal sorgt das Weißkopfseeadler-Weibchen Diva für Wow-Momente, wenn es über den Köpfen der Gäste durch die Luft gleitet.
Was genau ein Terzel ist und warum Weibchen zumeist flinker als Männchen sind, das erklären die Falkner*innen der Einrichtung mit großer Leidenschaft. Sie stehen jederzeit Antwort, wenn Fragen auftauchen.
Publikumslieblinge unter den Tieren sind auch einige der betagteren Kappengeier, die sich hin und wieder zwischen den Zuschauerbänken niederlassen. Hier zücken Hobbyfotograf*innen gerne ihre Kamera oder das Handy für den nächsten Schnappschuss. „Klick“.
Weiter geht’s: Auch wenn sich an einem Wochentag im Hochsommer nur einige Mitwandernde auf den Hermannshöhen sehen lassen, wird der Wanderweg an Wochenenden doch sehr gut besucht. Gerade da sich auf der Etappe 9 zwischen dem Hermannsdenkmal und dem Ortsteil Leopoldstal in Horn-Bad Meinberg die Sehenswürdigkeiten wie an einer Perlenschnur aneinanderreihen, lassen sich Natur- wie auch Kulturfans nicht lang bitten. Viele der Attraktionen sieht der Kulturkenner bei seiner Tour. Darüber hinaus sehenswert sind auch das LWL-Freilichtmuseum Detmold, künftig "LWL-Museum Hellerlecht" genannt, der Vogelpark Heiligenkirchen, die Gipfelpunkte des Berges Velmerstot oder das Silberbachtal mit seinem silbrig schimmernden Gewässer. Auch die gute Verkehrsanbindung trägt zur Streckenauslastung bei.
Eindeutiger Höhepunkt des Weges bleibt aber das von grünlicher Patina überzogene Wahrzeichen, das neben weiteren kleineren Attraktionen auf dem Berg Grotenburg thront. Seit November 2024 ist das Areal um den Hermann sogar um eine Info- und Erlebniswelt reicher – das sogenannte Hermanneum.
Die interaktive Ausstellunghalle im schicken, mit Holz verkleideten Bau führt Interessierte gekonnt in die Geschichte des Hermannsdenkmals und in das Leben des Cheruskerfürsten Arminius ein. Spielerisch erfahren Mädchen und Jungen, wie ein wachsendes deutsches Nationalgefühl zu Beginn des 19. Jahrhunderts zur Entstehung des Denkmals beitrug. Sie lernen an Multimedia-Tischen den Architekten des Denkmals Ernst von Bandel kennen. Auch Erwachsene staunen nicht schlecht, wenn ihnen Dichter Heinrich Heine als Comic-Figur von seiner Bauunterstützung erzählt.
Da das Hermannsdenkmal „ein politisches Denkmal von nationaler und internationaler Bedeutung ist“, werden vor allem die unterschiedlichen Rollen analysiert, die dem Werk zu verschiedenen Zeiten beigemessen wurden: Mal war es Symbol für ein vereintes Deutschland, mal Zeichen der Freiheit für alle Völker, dann Glorifizierungsfigur des Kaiserreiches. Beizeiten kam eine anti-französische Attitüde auf. Es stand stets für kriegerische Stärke. Durch mythische Verklärung der Nationalsozialisten wurde es sogar zu Propaganda-Zwecken missbraucht.
Soundausschnitt aus einem Film im Hermanneum
In der Gegenwart ist das Hermannsdenkmal vor allem eines: ein Mahnmal für den Frieden und die Völkerverständigung! Das zeigt sich auch auf dem Weg zu ihm. Personen verschiedenen Alters und unterschiedlicher Nationalität machen sich auf, um Arminius höchstpersönlich zu besuchen.
Der historische Weg leitet Gäste vorbei an Gedenksteinen und pultförmigen Hinweistafeln, die etwa über die Varusschlacht, den Architekten Ernst von Bandel oder Otto von Bismarcks Verbindung zum Hermann aufklären. Der Kanzler galt als Einiger Deutschlands, somit lagen zu seiner Zeit Vergleiche zum germanischen Kriegsherren nahe.
Wer Hermann schließlich in voller Pracht und von vorne sehen möchte, sollte am besten den Aufgang an der westlichen Aussichtsplattform besuchen. Von hier ist der Blick perfekt und die Dreigliedrigkeit des Denkmals gut zu erkennen: 1. Unterbau. 2. Kuppel. 3. Statue.
Der Grundstein wurde 1838 gelegt und der Sockel 1846 fertiggestellt. Dann kam der Bau zum Erliegen, bis er 1862 erneut aufgenommen wurde. Die offizielle Einweihung fand am 16. August 1875 in Gegenwart von Kaiser Wilhelm I. statt.
Fun Fact: Das Standbild bis zur Schwertspitze hat ein Gewicht von 42.800 Kilogramm und ist 26,57 Meter hoch, damit ist es die größte Statue Deutschlands. Unter seiner Kupferhaut verbirgt sich ein inneres Eisengerüst.
Nun fehlt nur noch der Aufstieg auf das Denkmal und der Blick über den Teutoburger Wald, um das Vor-Ort-Erlebnis perfekt zu machen. Die Landschaft Lippes mit bewaldeten Hügeln, Siedlungen und Ackerflächen bannt das Auge.
Auch einige Sehenswürdigkeiten sind zu erkennen, in denen bald Veranstaltungen des Hermannsdenkmal-Jubiläumsjahres stattfinden werden. Zuallererst sei hier die Hauptveranstaltung am 16. August mit dem Titel „Wir feiern Hermann!“ erwähnt. Der Landesverband Lippe organisiert auf dem Areal am Hermannsdenkmal ein großes Familienfest mit Konzerten und Mitmachangeboten.
Auf der Waldbühne, die ungefähr fünf Gehminuten vom eigentlichen Denkmal entfernt liegt, findet an mehreren Terminen im Juli und August das beliebte Mondscheinkino mit Klassikern, Blockbustern und aktuellen Filmen statt. Dabei sind Titel wie „Gladiator II“, „Jurassic World 4“ oder „Wicked“.
Schön: Der erste Gast hat sich bereits eingefunden, um bloß nichts von den Filmen zu verpassen.
Die Altstadt Detmolds sollte bei einer Wandertour, die zu den kulturellen Anziehungspunkten rund um den Hermann führt, definitiv nicht außer Acht gelassen werden. Das Lippische Landesmuseum Detmold zeigt vom 22. November 2025 bis zum 26. April 2026 die Ausstellung „Denk:mal! 150 Jahre Hermannsdenkmal“, die sich mit der Denkmal-Werdung an sich auseinandersetzt. Dazu plant das Haus auch einige Hologramme von berühmten Denkmälern in der Welt zu präsentieren, darunter etwa die Statue Alexanders des Großen, die in Thessaloniki steht.
Auch die Dauerausstellung des Lippischen Landesmuseums ist einen Besuch wert: Das Haus mit regionalgeschichtlichem Schwerpunkt hat einen Ausstellungsbereich zur Rezeptionsgeschichte des Hermannsdenkmals, zur Varusschlacht wie dem Aufgriff des Arminius und seiner Frau Thusnelda von der Popkultur. Gäste können von Gemälden über Briefmarken bis hin zu Figuren und Gartenzwergen einiges entdecken.
Museumssprecher Mario Rakusa zu Ausstellungsschwerpunkten
Das Landesmuseum zeigt anhand zahlreicher Objekte wie den Leinwandgemälden „Siegreich vordringender Hermann“ und „Zurückweichender Varus“ (1870 bis 1873) von Peter Janssen d. Ä., dass aus den historischen Ereignissen ein wandelbarer Mythos wurde.
Das erkennen Gäste auch an dem Gemälde „Armin verabschiedet sich von Thusnelda“ von Johannes Gehrts (1884). Es stellt den Helden als wehrhaften Mann dar, der bereits auf den nächsten Kampf wartet. Seine Frau wird als Unterstützerin stilisiert.
Nebenbei gesagt: Die Thusnelda-Darstellungen variieren sehr, wie zwei Statuen im Eingangsbereich klarstellen. Auf der einen Seite die trauernde „Barbarin“ mit entblößter Brust, auf der anderen Seite die starke Frau als demütiges Vorbild.
Museumssprecher Mario Rakusa zum Ort der Varusschlacht
„Ein kleiner Bereich ist ganz dem deutschen Architekten und Bildhauer Ernst von Bandel gewidmet“, erklärt Museumssprecher Mario Rakusa mit einem Blick auf das Modell des Hermannsdenkmal-Innengerüsts. „Der Bau des Monuments war sein Lebenswerk“, so der Fachmann. Der vielfach geehrte Künstler habe sich aber auch anderen Projekten zugewandt. Zu seinen Lieblingsstücken zähle in jedem Fall die Marmor-Skulpturengruppe „Die Vier Jahreszeiten“. Rakusa: "Die Vier Jahreszeiten entstanden ab 1843 aus eigenem Antrieb, mit Blick auf den Geschmack wohlhabender Käuferinnen und Käufer seiner Zeit. Frühling, Sommer, Herbst und Winter treten als detailreiche Kindergestalten auf, sogenannte Putten. Ein beliebtes Motiv seit Renaissance und Barock."
Besonders charmant sei, dass für den Frühling und Sommer Bandels eigene Kinder Angelika und Armin Modell standen.
Der Frühling trägt eine Blumengirlande, der Sommer einen Strohhut mit Sichel und Ähren, der Herbst hebt Weintrauben, und der Winter zeigt sich mit geschlossenen Augen, verhülltem Haupt und einem Kranz aus Efeu.
Museumssprecher Mario Rakusa zur Skulpturengruppe "Die Vier Jahreszeiten"
Zurück zum Jubiläum des Hermannsdenkmals und in die Detmolder Altstadt: Hier gibt es für Reisende unzählige weitere Entdeckungen zu machen. Wer sich etwas Zeit nimmt und gemütlich durch die historischen Straßen bummelt, der stößt schnell auf Anziehungspunkte wie das Fürstliche Residenzschloss Detmold, die Christuskirche am Kaiser-Wilhelm-Platz oder das Detmolder Landestheater.
Letzteres bietet gleich zwei Veranstaltungen im Jubiläumsjahr an: Zum einen das „Umsonst und draußen: Open Air Theater“ vom 28. bis 31. August 2025. Zum anderen eine Festwoche vom 1. bis zum 9. November, mit der das Landestheater auch auf seine 200-jährige Geschichte zurückblickt.
Den Detmolder Marktplatz bespielen mehrere Musikgruppen und Solisten vom 31. Juli bis 2. August, wenn die Stadt zur historischen Sommerbühne bittet. Gäste können sich auf Darbietungen einstellen, die von A-Cappella-Gesang, Folk über Indie-Pop zu Funk und Elektro-Swing reichen.
Die Kulisse unzähliger Baudenkmäler und schöner Fachwerkfassaden lässt bereits jetzt auf Publikumserfolge hoffen. Bei einem Bier in einem lokalen Brauhaus ist es jedoch nun für den Kulturkenner an der Zeit, ein Resümee zu ziehen.
Die rund 75.000 Einwohner starke Natur- und Kulturstadt Detmold ist ein wirklicher Reisetipp für alle, die Kulturgeschichte(n) lieben. Hier trifft Städtetrip auf Naturerlebnis. Gerade im Jubiläumsjahr des Hermannsdenkmals lohnt es sich, auf eine kurzweilige Wanderung vor Ort zu gehen. Nicht umsonst strahlt das Wahrzeichen des Teutoburger Waldes weit über die Region hinaus.
Die ausgewählte Route ist gut mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar: Der Bahnhof in Detmold kann gut von den Fernverkehrsbahnhöfen in Bielefeld und Herford angesteuert werden. Gäste, die von Bielefeld starten, nehmen den „Leineweber“ (RE82) in Richtung Horn-Bad Meinberg, der sie direkt nach Detmold bringt. Reisende, die von Herford starten, steigen in die Ostwestfalen-Bahn (RB72) in Richtung Paderborn.
Eine Produktion des Tourismus NRW e.V. im Juli 2025 für Kulturkenner.de
Konzept & Texte
Tourismus NRW e.V., Maximilian Hulisz, Jens Nieweg
Fotos, Videos und Audios auf allen Folien
Tourismus NRW e.V., Maximilian Hulisz